In dieser 6. Runde fuhren wir unsere längste Strecke der Saison nach Baunatal und hatten uns deshalb vor dem Spiel in einer lokalen Gaststätte gestärkt.
Leider waren wir krankheitsbedingt mit einem Schachfreund weniger am Start, wobei Baunatal auch nicht in Bestbesetzung gegen uns spielte.
Der erste Punkt ging also am 2. Brett nach der vorschriftsmäßigen Wartezeit zu Baunatal.
Am 3. Brett kam dann ziemlich schnell der erste Punkt für Bad Nauheim. Henrik spielte mit Weiß einen symmetrischen Aufbau und war gerade direkt nach der Eröffnung dabei, einen Minusbauer im Zentrum zurückzuholen, als sein Gegner überraschend seinen Läufer auf Henriks Bauer f2 opferte, ohne Angriffsfortsetzung auf den weißen König. Ein paar Züge später gab Schwarz auf: 1-1.
Arthur war am 5. Brett in einem vorteilhaften Endspiel mit jeweils drei Leichtfiguren gekommen, konnte entscheidendes Material und dadurch die Partie gewinnen: 2-1 für Bad Nauheim.
Am Spitzenbrett mit Weiß hatte Dominik im Mittelspiel einen starken Springer tief in der gegnerischen Stellung auf e6 eingepflanzt. Obwohl auf den ersten Blick die schwarze Stellung sehr schwierig aussah, verteidigte sich Dominiks Gegner beharrlich. Dominik sah keinen Durchbruch und beide Spieler einigten sich auf Remis: 2,5-1,5.
Jakob hatte mit Schwarz eine schöne Partie gespielt und durch eine kleine Taktik mit Springergabel einen Springer gewonnen. Sein Gegner spielte jedoch weiter und hatte nur noch Bauern im Endspiel. Leider war Jakob dann unvorsichtig und nahm mit seinem Springer einen Bauern am Königsflügel, ohne zu merken, dass Weiß am Damenflügel einen Bauerndurchbruch durch Bauernopfer hatte. Jakobs König war dann nicht im Quadrat und sein Springer konnte auch nicht schnell genug zurück zum Damenflügel kommen, so dass der weiße Freibauer nicht aufzuhalten war und er aufgeben musste: 2,5-2,5.
Am 6. Brett mit Schwarz war die Stellung von Jochen eher geschlossen. Obwohl er eine gewisse Initiative und aktivere Figuren hatte gab es wohl keine klare Gewinnfortsetzung, so dass man sich auf Remis einigte: 3,0-3,0.
Burkhard spielte noch mit Weiß am 7. Brett und hatte ein vorteilhaftes Doppelturmendspiel, wo er nicht nur die einzige offene g-Linie dominierte, sondern auch Druck auf einen rückständigen Bauer auf b7 üben konnte. Die Stellung war allerdings im Zentrum nicht einfach zu öffnen und er versuchte, über die g-Linie in der gegnerischen Stellung einzudringen. Sein Gegner konnte aber irgendwie seine Stellung noch gerade so zusammenhalten und es kam zur Punkteteilung: 3,5-3,5.
Überraschenderweise war das Match nach fünf Stunden immer noch nicht entschieden und das Ergebnis hing von der letzten verbliebenen Partie ab.
Stéphane am 4. Brett mit Schwarz spielte immer noch nach einem wechselhaften Partieverlauf, wo er zunächst einen Mehrbauern und klaren Vorteil und später einen taktischen Zug seines Gegners übersah, die Qualität verlor und klar im Nachteil kam. Er kämpfte sich aber in einem ausgeglichenen Endspiel zurück. Sein Gegner übersah die Möglichkeit, die Qualität zurückzugeben und in einem totremislichen Turmendspiel abzuwickeln. Stattdessen gab er einen Turm gegen den kurz vor der Umwandlung stehenden Bauer und es kam zum klassischen Endspiel Turm + Läufer gegen Turm. Dieses Endspiel ist bekanntlich Remis, aber die verteidigende Seite muss präzise spielen. Nach 30 Zügen kam dann der ungenaue Zug von Weiß. Stéphane konnte dann ein Mattnetz aufbauen und sein Gegner gab vor dem Matt am 100. Zug auf.
Damit war nach einem harten Kampf das Match für Bad Nauheim mit 4,5-3,5 gewonnen.
Auch wenn dieses knappe Ergebnis zeigt, dass wir uns in dieser Begegnung unerwartet schwer getan haben, konnten wir trotzdem unser Ziel, aus Baunatal mit einem Sieg zurückzukommen, erreichen und damit in der Tabelle auf den dritten Platz kommen.